Hypnose beim Zahnarzt
Während Hypnose bei Angstzuständen, Ernährungsproblemen und Drogenkonsum als Therapie weit verbreitet ist, ist für viele die Hypnose beim Zahnarzt noch Neuland. Dabei bietet sich dieses Gebiet geradezu hervorragend an.
Dabei sollte man aber nicht denken, dass die Hypnose die Betäubung ersetzt. Die wird meistens trotzdem gegeben, wenn auch in geringeren Dosen. Der Hauptgrund, warum Zahnärzte auf Betäubung setzen, ist, dass die meisten Menschen entweder Angst vor dem Zahnarzt haben oder zumindest ein mulmiges Gefühl. So wirklich entspannt geht niemand zum Zahnarzt. Von Kindesbeinen an lernen wir, dass der Zahnarzt uns weh tun kann, und das bleibt auch im Erwachsenenalter in Erinnerung.
Deshalb versuchen Zahnärzte schon lange, Patienten diese Angst zu nehmen. Die einen versuchen es mit Ablenkungen durch Fernseher, bestimmte Musik oder gar Kittel in bunten Farben und mit Comicfiguren drauf.
Das mag bei einigen Patienten funktionieren, aber mit Hypnose ist man noch viel entspannter. Letztlich wird die Aufmerksamkeit von aussen nach innen gerichtet. Das, was draußen passiert, nehmen wir nicht mehr als so wichtig und bedeutend wahr. Damit vergessen wir auch für einen Moment, dass da ein Zahnarzt mit einem Bohrer ist. Wir sind in einer Welt, die man mit Tagträumen vergleichen kann.
Es gibt auch physiologische Gründe, warum Hypnose hilft. Durch die Entspannung sinken der Blutdruck und der Puls, was bei einem medizinischen Eingriff von Vorteil ist. Auch werden Betäubungsmedikamente nicht so schnell wegtransportiert. Man kann bis zu drei Viertel der normalen Dosis einsparen, was auch ein Kostenargument ist. Oftmals entspannt sich auch die Muskulatur, selbst im Gesicht, was die Behandlung ebenfalls einfacher machen kann.
Es gibt keine Fallzahlen für die Hypnose, aber bei Verbänden wie der Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose kann man sich Listen mit Ärzten besorgen, die eine Hypnosefortbildung gemacht haben. Solche Kurse werden aber auch von einigen Zahnarztkammern und Instituten angeboten, die sich allgemein auf Hypnoseausbildung spezialisiert haben. Bundesweit wird die Zahl auf über 7000 geschätzt.